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Tiptoe through the tulips. Januar 2012.

Ob er glücklich war? - Wie wechselte man eine Zylinderkopfdichtung? Er konnte den dritten Gang einlegen. Und schnittig um die Kurve biegen. Ihr Mitleid war eine Bestie, die ganz gewaltige Mengen an Menschen schlucken konnte, bis ihr Magen voll war. Und in ihrem Magen war keiner, der es nicht verdiente. Wenn jemand geht, deruns nahe ist, ändert sich unser ganzes Leben, ob wir wollen oder nicht, alles wird anders und erzählt davon, wiedas Leben ist und das Lieben, wenn Menschen nicht mehr da sind. Dinge bleiben zurück, Briefe und Bilder, undab und zu täuscht man sich in einem Gesicht. Man sollte sich nicht wünschen, Gespenster zu sehen.

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Acte gratuit.

Der Fuss in der Tür.

An regenreichen Samstagnachmittagen, fehl- geleitet von Literatur und voller Erwartung, ge-nährt von den Bildern der über arktisches Eis wandernden Forscher, der kühnen Gipfelstürmer und knuffigen Erfindergeiste, der auf Banketten tanzenden Nobelpreisfrackträger, der Ethnologen, die vor Bananenblättern aus dem Kreis der Wilden grinsen, da sagt das Kind beharrlich: Ja, Entdecker will ich werden. Zu diesem Zeitpunkt weiss es noch nicht, dass sich die Entdeckungen des Erwachsenendaseins einige regenreiche Samstagnachmittage später im Wesentlichen auf das eilige Besorgen der Wochenendeinkäufe, die Einräumvarianten der Spülmaschinenfächer, das Studieren der überteuerten Weiterbildungs-unterlagen oder das Stöbern im neuen Nespressokatalog und der wahnwitzigen Entscheidung zwischen Capriccio und Volluto beschränken wird.

Wenn es Sommer ist, überfällt einen paradoxer-weise meist die Reiselust, denn Reisen enthebt. Davor ist alles ständig im Fluss. Alles, was ab-geschlossen ist, hat keine Angst. Alles aber, was im Prozess ist, hat Angst oder zumindest Potenzial zur Angst. Und manchmal braucht man schlicht Urlaub von der Angst. Ungeachtet dessen, wie wogend die Flut der alltäglichen Wirrnis sich auch präsentiert: Am Abend vor dem Abflug passt in der Regel unerfindlicherweise alles, was man noch an Gedanken besitzt, in einen Koffer, der sich ganz dem Aufbruch verschrieben hat. Die nimmermüde Evolution hat uns in die Erbmasse kalligraphiert, dass wir von Zeit zu Zeit dieses Verlangen verspüren, zu verreisen. Bloss um dann, auf der anderen Seite des Lebens angelangt, simple Frühstücksfragen von der Art „Wie möchten Sie Ihre Eier?“ erst beim zweitenmal zu verstehen.

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* "Now is not the time", as performed by Jamie N. Commons, taken from "The baron".

Warum Liebe in Kleinstädten anders funktioniert.

Ich hatte zwar geahnt, dass die Welt eine unüberschaubare Abfolge von Geheimnissen bietet. Dass die Geheimnisseaber auf der Strasse lagen und jeden Augenblick vor meinen Augen geschahen, das - obschon es die Maxime der Tri-vialität einer jeden Erkenntnis darstellte - erfüllte mich mit Staunen. Ein Staunen, aufgrund dessen man, wenngleichman es nicht verstand, doch gerne einen kleinen Luftsprung genommen hätte. Just dann, wenn für Exaltationen ge-rade kein Platz war, was wiederum passte, da dieses Stauen für gewöhnlich in geheimer Mission kam. Es existierte eigentlich nicht. Allenfalls begegnete es uns in frühen Zeiten, die nun fern waren wie der Mond.

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Gentlemen's quarterly.

Sonnenwende.

Entdecken Sie den Trend zur Authentizität. Wer sie nicht sind, können sie niemals werden. Seien sie originell. Sich in einer Karaoke-Bar zu "She’s a maniac" zu verbiegen, hat mit Originalität nichts gemein. Besser: Trinken sie reichlich und geben sie Tom Waits. Sind Sie ein Artikulationsfatalist, der auf der tückischen Klaviatur der Sprache spielt wie Nosferatu auf einer frühzeitlichen Drehorgel, dann nützen ihnen auch Abhandlungen wie "Welt-literatur in hundert Worten" nichts. Sie sollten wir- klich nicht mit dem jungen Blut Ortographia um-hertollen, wenn sie noch nicht einmal Grossvater Grammaticus spazieren fahren können. Verfügen sie per se über keinerlei Zuhörerqualitäten, so müssen sie nicht zwingenderweise noch als Ana-tom des Schreckens bekannt werden, der mit kal-ter Präzision, scheinbar unbeteiligt, mentale Or-ganismen seziert. Ansonsten werden sie bald Un-mut sammeln wie ein Philatelist Briefmarken. Er-zählen Sie gelegentlich Geschichten vor Kindern.Was sie dabei lernen: Erst einmal ist Erzählen nicht die wichtigste Dimension, aber ein erstes grosses, gewissermassen naives Vergnügen.

Auf der Veranda sammelte sich der Blütenstaub zu einem gelben Teppich. Aus der Ferne krächzte eine Elster und über die geblümte Gartentisch-decke rannte ein riesiger schwarzer Käfer mit Ge-weih, dessen Spezies nur in den Gefilden um den elterlichen Hof vorzukommen schien. Sonnen-wendkäfer, sagte Vater. Skarabäus, vermutete ich. Durch das offene Garagentor erkannte ich die wuchtige Haube des kobaltblauen Plymouth Valiant, um die sich der Rost schon seit vielen Jahren frass, ohne dem Gefährt jedoch ernsthaft etwas anhaben zu können. Die runden Schein-werfer äugten müde in den Nachmittag hinaus. Als Jugendlicher hatte ich mit diesem Wagen im Wald hinter dem Haus und auf den umliegenden Strassen dritter Klasse das Handwerk des Fah-rens erlernt. Ich werde niemals Vaters blinde Wut vergessen, als er auf dem Beifahrersitz machtlos hinnehmen musste, wie ich in rasanter Fahrt den rechten Aussenspiegel an einen in die Fahrbahn ragenden Arm einer Eiche verlor. Ich fürchtete, die Scherben an Ort und Stelle aufessen zu müssen. Danach sah ich den Wagen nie wieder von innen.

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I got the stripes, but not the tie.

- Tom Waits

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